Rede von Prof. Dr. Fröhlich auf der Vernissage am 01.09.18

Der Titel der Ausstellung – „Neue Acht Szenerien einer Stadt – Qingdao“ – ist anspielungsreich. „Acht Ansichten“ sind in der Tradition ostasiatischer Dichtkunst sowie Mal- und Zeichenkunst eine weit verbreitete Bezeichnung. Die Anfänge dieses Genres reichen bis in die Dynastie der Nördlichen Song zurück, zu einem Werk des Universalgelehrten und kaiserlichen Beamten Shen Kuo, das um das Jahr 1088 entstand und acht Ansichten von Xiaoxiang, einer Region in Hunan, zeigt. Danach entstanden über die Jahrhunderte viele Variationen von „Acht Ansichten“ in der Form von Gedichten, Werken der Malerei und Zeichnungen, oft auch in Kombination miteinander.

Rede von dem Journalist Shi Ming auf der Vernissage am 01.09.2018

Sehenswert in Dreifaltigkeit

Von Ming Shi

Ein fotografiertes Schulgelände, irgendwo in einer chinesischen Stadt. Im Hintergrund zwei verwaiste Schornsteine, aus denen schwärzlicher Rauch emporsteigt. Ein zweites Bild zeigt das gleiche Gelände aus einer anderen Perspektive. Zu sehen ist ein neu gebautes Hochhaus-Wohngebiet aus Gießbeton, gleichförmig, in Reih und Glied, wie eine Terrakotta-Armee, reglos auf große Parade wartend. Auf dem dritten Foto schwärmt eine Gruppe Kinder vom Schulhof. Schwer zu sagen, ob die Kinder erschöpft oder erbaut den Schultag hier und jetzt beendet haben.

Ein Interview mit Ni Shaofeng in der "Zeit"

Ein Interview mit Ni Shaofeng in der "Zeit"

China ganz nah

Von Sonnabend an richtet Hamburg gute drei Wochen lang bei der siebten "China Time" den Blick gen Osten. Unter dem Motto "pulse of the city" dreht sich diesmal alles um Urbanisierung, Stadtentwicklung und Zukunftstechnologien. Der Künstler Ni Shaofeng ist mit zwei Ausstellungen beteiligt. Im Kunstprojekt "Neue Acht Szenarien einer Stadt im Digitalzeitalter" hat er sich mit einem Künstlerkollektiv den Entwicklungen der chinesischen Hafenstadt Qingdao angenommen und diese künstlerisch umgesetzt. In einer zweiten Ausstellung wird eine Installation mit 10.000 Origami-Kranichen als Symbol des Friedens gezeigt. Wir haben ihn vorab gefragt, was die Besucher erwartet – und warum sie eingeladen sind, selbst das Kunstfalten zu erproben.